Die Bahnanlagen

An die Bahnanlagen der Flensburger Kreisbahnen erinnert heute nur noch wenig: etwa ein Lokschuppen (die ehemalige Malerwerkstatt) an der B199 in Flensburg, das Bahnhofsgebäude in Glücksburg, Radwege auf der ehemaligen Trasse und etliche Gasthöfe, die früher die Argenturen beherbergten. Noch weniger Relikte der Eckernförder Kreisbahnen sind erhalten. Aber der Kenning-Verlag bietet zwei wunderbare Bücher von H.H.Schöning und D.Kupfer über diese Bahnen an.

Eigene Eindrücke und Detailfotos sammelte ich vor allem beim DEV in Bruchhausen-Vilsen, und natürlich im Harz und auf Rügen. Und dann waren da noch auf verschiedenen Ausstellungen die großartigen Anlagen  einiger niederländischer Schmalspurbahner (z.B.Henk Wust und Filip Sleuring) zu sehen, deren Sparsamkeit und Naturtreue mich stark beeindruckten und mich von der Regelspur-Allerweltsmodellbahn weglockten.

 

 

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Der Übersichtsplan der Grausundbahn, gezeichnet von Herbert Fackeldey für die Zeischrift "Schmale Spuren" Heft 2/2015

Die Planung der Gleisanlagen war eher ein Experimentieren: Flex- gleise und Weichen wurden auf einer Korkunterlage so lange hin und her geschoben, mit Nadeln fixiert und wieder und wieder verschoben, bis ein schlüssiges Gleisbild entstand.           Kleinbahngerechte Radien und die für Schmalspurbahnen so typische Sparsamkeit sollten das Bild der Bahnhöfe bestimmen.

 

Code 70 Schmalspurgleise von Bemo mit vorwiegend schlanken Weichen und die gelenklosen Weichen des Tillig-Elitegleises für die Regelspur bilden den Oberbau. Die Schwellen der Code 70 Flexgleise habe ich mit einem scharfen Messer voneinander getrennt und an den Schienen in einem kleinbahngerechteren Abstand verschoben. Das Gleisbett ist mit Phonolith von Jeweha geschottert.

Die meisten Weichen werden durch Schubstangen gestellt, die immer in Höhe der Weichen vom Anlagenrand her bedient werden. Über Kipp- schalter wird gleichzeitig die Polarität geregelt und je Bahnhof ein einfaches LED- bestücktes Gleisstellbild versorgt. Nur die Weichen des Regelspurbereiches und des Bahnhofs Hörn werden durch Motoren der Züricher Firma Feather Products gestellt.

 

Der Regelspurteil

Ein zweigleisiger Schattenbahnhof in einer Türnische hinter der Kulisse reicht für zwei kurze Güterzüge im Regelspurbereich. Jede der beiden Loks bekam ein Gleis zugewiesen, in dem sie automatisch hält. Entkuppler von Herkat - im LüP- Abstand der Loks vom Prellbock entfernt angebracht - ermöglichen das problemlose Herausziehen der Wagen durch eine Köf II. Das ganze wird durch LEDs im Schaltpult kontrolliert.

 

Die zweite Schmalspurparadestrecke führt über ein Viadukt zu einem weiteren 4-gleisigen Schattenbahnhof, der zusätzlich durch einen Spiegel kontrolliert werden kann.

 

Im Überblick

Heute umfasst die Anlage etwa 11m², verteilt auf 7 Segmente. Ca. 30 m Gleise und 31 Weichen wurden verlegt. Der Gleisbau ist jetzt abge- schlossen, es gibt 3 Bahnhöfe, 3 Lokschuppen, 2 Drehscheiben, 2 kleine Schattenbahnhöfe und 2 Paradestrecken, aber die Detailierung um die Gleise herum bietet noch reichlich Bastelvergnügen.

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